13. Tag – Home sweet home – Was ich noch zu sagen hätte…🎶

Die Nacht auf der Fähre war gleichermaßen schön, ging es doch gen Heimat, wie auch etwas traurig, entfernten der schnuckelige Hormonhaufen und eine uralte Morla sich doch immer weiter von alledem was die letzten Tage so stetig im Rausch hielt. 


So endet dieses kleine Machwerk…

Ich hoffe, dass es noch viele Leute lesen, mit anderen darüber sprechen und so vielleicht ein kleines Stück mit uns reisen.  Ich bin froh und stolz, mich mit dem kleinen Scheißerchen in das Abenteuer begeben zu haben. 

Danke an unser treues Ross, den Schlafwagen, der mit etwas Bauholz, Matratzen und Decken zu solch einem heimeligen Nestchen und Basislager wurde.  Wer braucht schon ein Wohnmobil? (Bavaria kann jeder, Ahoi Käpt’n Konni)


Hug the car

Make the sign

McD only for big business 

👊🏻

Advertisements

12. Tag – Rückfahrt nach Newcastle – Wozu die Eile?

Die Nacht auf der Campsite in Lower Foyers (am Loch Ness) war super erholsam – für beide Parteien! So erholsam, dass die Weckerverantwortliche einfach mal vergessen hat, den Wecker zu stellen. So wurde aus einem entspannten Morgen voller Heimweh aber auch Wehmut, ein Morgen, der diese kleinen fiesen Pickelchen auf die Stirn des anwesenden Erziehungsbeauftragten zauberte. Zu aller Freude fing es gleich noch an, zu jauchen. (6:00 Uhr Weckzeit geplant, 8:00 Weckzeit vollzogen. Aber für nen Kaffee und ne heiße Schokolade, für Smalltalk über die Liebe der Highlands mit den Einheimischen  (Cheers Graham!) und die Suche nach Nessie war noch Zeit. (Eigentlich nicht wirklich, aber es tat Not)


Dann gings, eiliger als geplant, all the way down to Newcastle.


Wir habens ganz locker (5 Min vor Check In Ende) geschafft. 💪🏻

Jetzt stampft der Kahn schon nach Amsterdam und mein Netz schwindet.


Rolling Home, Rolling Home, Rolling Home across the sea… 🎶

PS: Jetzt wird die Nase in den Wind gehalten!  (Gute Besserung, Seebär!!!)

11. Tag – Ostküste – Unser Findlater Castle

Es war eine verregnete und mystisch windende Nacht da oben an der Küste nur wenige Meter von Unserem Findlater Castle entfernt. Seit vielen Jahren schon kommen wir regelmäßig an diesen Ort zurück, insbesondere glaub ich, weil wir dort eigentlich immer allein waren. Diese Burgurine, sorry, Burgruine (Ja, ich finde den immernoch zum Wiehern) thront auf einer Klippe und sieht so wild, verwunschen und vergeistert aus, weil sie scheinbar seit Jahrhunderten von Winden und allerlei Niederschlägen (Good Job dear Lattenaugust 👍) verdaut wird. Gut sieht sie immernoch aus – liegt wohl schwer im Magen, das haste nun davon…

Zunächst in gewohnter Manier zu unserem werten morgendlichen Befinden. Ich hätte die liebe kleine Pestbeule neben mir heut Nacht tö… also mich antiautoritär und voll sozial ey… Quatsch… Sie die ohne Namen ist, riss etwa gegen 1:00 Uhr die Tür ufff und verschwand in der Dunkelheit. Ich rufe uns allen nochmal in Erinnerung, dass wir NICHT auf einem Campingplatz SONDERN in der Nähe einer uralten Burguri…(oh, ist wie eine Droge) also einer BurgRUINE in Sturm und völliger Dunkelheit ALLEIN nächtigten. Du schläfst den Schlaf der Weisen und Gerechten alten Säcke, und versuchst, nicht an Clowns mit Neutrumnamen zu denken, und es wird die Tür aufgerissen!!! Denkt da nicht sofort jeder an den kleinen Tintenfisch bei Nemo? „Hubs jetzt hob i mi volltintet“

Nachdem in Gedanken der Schlüpper gewechselt und das Puckern in der linken Brust laaangsam nachließ, konnte noch bis etwa 7:00 Uhr geschlafen werden. 

Ich biss mir sowas von die Zähne zusammen und fragte wie ES denn geschlafen habe. Nicht so toll, war die Antwort. (Hatte ich das mit dem Aussetzen eigentlich schon final final und wirklich FINAL entschieden???)

Das ist noch nicht die Burg!

Der Groll war schon nach den ersten 50 Metern unseres Wanderweges Richtung U… DER SEHR ALTEN PARTIELL VERWITTERTEN BURG komplett verflogen – im Übrigen wie auch die Wolken über Nacht. Im Sonnenaufgang schien der alte Steinhaufen noch schöner, als er mir bis entgegengetreten war.


An dem Aussichtspunkt gab es zunächst einen kleinen Rückschlag. Die gewohnten und ohnehin schon mit einiger Mühe zu passierenden beiden Steilwege zu dem älteren herrschaftlichen Wohnsitz waren durch Regen und kleine Erdrutsche unpassierbar. Keine Begehung möglich? Bruch der Tradition??? (It’s the end of the world as we know it?🎶)


Aber dann…

Ja dann hatte ein weißer Ritter (Nein Shoe! Aus!) in schimmernder Schlafwagenrüstung (zugegeben, etwas keimig mittlerweile) dessen Huldigung auf dieser Suche nach dem heiligen Gral vieeeel zu kurz gekommen ist, DIE Idee. Der edle Recke und sein etwas vertrottelter Sancho Panza wanderten linkerhand an der Steilküste etwa 500 Meter bis zu einem nicht minder verwitterten Abstieg zum Strand und von dort aus KLETTERTEN Reinhold und ich an der Steilküste fast 2 Stunden lang zurück bis zur, und jetzt muss es einfach raus, Burgurine. (Puh, jetzt geht’s mir wieder besser).


Das Klettern war, so kommentierte es das Nachtneutrum, sehr geil. Kurz vor unserer kleinen Bucht haben wir noch eine echte Felshöhle entdeckt, die wir voller Wagemut auch gleich erkundet haben.

Für den Höhlenteil hatte ich mir ne tolle Passage ersonnen, die viel aber leider der Zensur des Hormonhaufens zum Opfer. Was soll’s, Leben am Limit (Da bist du ja wieder liebe Phrase!)

Ich entdeckte eine versteckte Felsgrotte. Zuerst betrat das Pubertier die Höhle und durchsuchte sie nach eventuellen Zeichungen an der Wand. DANACH betrat ich diese Höhle, das erste intelligente Leben seit Jahrhunderten… (Ich fand mich witzig und habe Tränen gelacht)


Dann erschien also endlich unser Findlater vor uns! (Bilder sagen mehr als 1000…blah blah blah)



Beseelt ob dieser schönen gemeinsamen Erfahrung machten wir uns auf den Weg zu einem weiteren Meilenstein unserer Schottlandtradition – das Golfbällesuchen im Hafen von Buckie. Da gibt es ne alte und versandete Hafenbucht, an der allerlei altes und kurioses Zeug angespült wird. 


Danach sind wir noch zum Schloss von Huntly gefahren, weil dort eine Namesvetterin des Pubertiers verewigt ist und sie das, als sie das vor 6 Jahren sah, total faszinierte. (Nein, da steht nicht Pubertier an der Wand!!!)


Bei Dean’s Shortbread Werksverkauf haben wir noch nen Großeinkauf für die Herrin getätigt und sind in Richtung letzter Schlafstätte für unser Schottlandabenteuer gedüst. 

Jetzt sind wir in Lower Foyers direkt am Loch Ness. Nach unserem Wildcampabenteuer von gestern hatten wir ne Dusche auch bitter nötig!


Good Night Ladies… 🎶

…das erste intelligente Leben…(ich könnte brüllen 😂)

10. Tag – Westküste – Ostküste – Das Pubertier will Shoppen

Die Nacht endete also vor Mallaig auf der absolut empfehlenswerten Sunnyside Croft Campsite. 26 £ kostete der Nachtstellplatz für einen eine Idee zu Kleinen für sein Gewicht und einen sonderbaren Halbling. Dafür hat man topmoderne sanitäre Einrichtungen nebst trockenem und windgeschützten Aufenthaltsbereich sowie Trockner, Waschmaschine und Mikrowelle.

Um 7:00 Uhr trieb mich ein altersgerechtes Bedürfnis aus dem Schlafwagen, während das Pubertier ebenfalls ganz altersgerecht weiter vor sich hin röchelte. Nichtmal als ich die Tür etwas lauter schloss, als es eigentlich nötig gewesen wäre 😁 kamen signifikante Lebenszeichen von der kleinen Ausserirdischen. Ich nutzte diese Einsamkeit, denn keiner der anderen Camper war so schwachsinnig wie ich, so früh pinkeln zu müssen, und unternahm einen einstündigen Strandspaziergang. Die Tide drückte wieder Wasser in die Bucht, sodass ich mit dem justament einsetzenden Regen nicht nur nen nassen Buckel sondern auch gleich noch nasse Füße bekam. Gaaanz toll lieber Lattenaugust, meine Stimme hast Du!


Leicht fluchend Zurück zum Wagen, durfte ich feststellen, dass das kleine Opferlamm sich noch nicht mal bewegt hatte. Diese Gesamtsituation war für mich so nicht hinnehmbar. Rumms machte die Tür, diesmal dürften es alle auf dem Platz mitbekommen haben (hehe) und die kleinen Pferdeäuglein öffneten sich – ES LEEEBT!

Hast Du gut geschlafen fragte ich ihre Zerknittertheit. Das was aus ihr rauskam deutete ich einfach mal als ein – Ja lieber Vati. Allen scheint wohl klar zu sein, dass dies nur eine Eigeninterpretation sein konnte, na und…?!

Wir hatten auf dem Platz übrigends nicht nur ein phänomenales Handynetz sondern auch noch kostenloses WIFIIIII. Es ist doch eigentlich zum Mäusemelken. Da unternimmt man ALLES, um die innig geliebte Schaklien Schantall bei Laune zu halten, so richtig glücklich macht sie für den Tag aber dieser Typ, Waifai!

Im schon zur Tradition gewordenen Schlafwagenkonklave ging es um die weitere Reiseplanung. Wenn es nach mir gegangen Wäre… und eigentlich ist damit ja schon alles gesagt. 

Der Vollständigkeit halber möchte ich es doch zum Besten geben. Wenn es also nach mir gegangen wääääre, dann wääären wir nach Mallaig gefahren, der Lieblingsstadt der Admiralität. Von dort aus wääären wir dann mit der Fääähre auf den südlichen Teil der Isle of Skye übergesetzt und hääätten dort weitere Erkundungen angestellt. Soviel zur Theoriiiie.

Wir sind in der richtigen (und grausamen) Welt auf Wunsch eines Teils dieses Reiseduetts (und ich war es nicht!!!) von unserer Campsite, IM WESTEN DES SCHOTTISCHEN FESTLANDS, schnurstracks nach Inverness, AUF DER GEGENÜBERLIEGENDEN SEITE, gefahren. Zum Shoppen… ohne Scheiß, echt nur zum Shoppen!!! Das hat sich, als ob ich nicht durch den gesamten Tagesablauf schon zur Genüge vom Glück geküsst wäre, auch noch derart lang hingezogen (früher waren wir mal Freunde liebe Charlie, FRÜHER) dass sich eine Rückkehr in rauhe, wilde, maskuline westliche Gefilde nicht mehr gelohnt hat. Adieu Land der Disteln, schroffen Berge und auf die einspurigen Straßen kackenden zerzausten Wuselschafe. Erst im Mai werden wir Dich wiedersehen. Ob wir dann auch Tagebuch führen sollten?

Zum Glück kennt ein wackerer und durch tagelanges Durchdiehighlandstrampeln gestählter Bursche in den besten Jahren noch einige tolle Ecken in dieser Region. (Ja in den besten, und nicht den letzten Jahren mein lieber Shoe! Und ganz präventiv –  Blöder Arsch! 😘) 

Unser Nachtlager haben wir auf einem Parkplatz in der Nähe eines unserer Lieblingsorte ins Schottland gefunden. Morgen in aller unchristlichen Frühe werden wir, wie immer wenn wir in Schottland sind, zum Findlater Castle wandern und die Küste nach Bojen absuchen. Wenn es heute nicht ständig Jauchen würde, hätten wir gern direkt vor Ort gezeltet. Die Regenmassen die es hier an mehreren Orten in den letzten Tagen gegeben hat, haben oftmals zu Überschwemmungen geführt.

Good Night Folks!

Und ans liebe Pubertier:

„Morgen früh wenn ich will, liegst Du wieder im Dreck …“ 🎶😂

9. Tag – Westküste – Warum musste der Penner eigentlich über diese Brücke fahren???

Zweite Nacht in der Stadt der Froschvertonung. (Für die unbedarften Mitleser – Uig) 


Der Gandalf Graurock hat einigermaßen gut die Nacht zu Ende gezaubert. Am Morgen gab es von ihrer Zerknirschtheit neben der Aussage, sie hätte ganz gut geschlafen, noch die für alle Parteien sehr nützliche Info, ihr Nebenmann hätte kurzzeitig geschnarcht und „schwer ausgeatmet“. Das machte ich in der Tat und zwar nach diesem bescheuerten Hinweis. Was war eigentlich mit einfach mal Fresse halten…

Gestärkt und partiell belehrt machten wir uns auf den Weg. Es ging nochmal am Quiraing vorbei, denn wir wollten nur ein paar Kilometer weiter den Old Man of Storr besuchen. Das ist ein etwa 50 Meter hoher Hinkelstein, der bei der Fantastillionen Jahre andauernden Verwaschung der Steilküste schlichtweg zu faul war, wie alles andere drumherum, einfach umzufallen. Diejenigen, welche das mitunter zweifelhafte Vergnügen meiner Bekanntschaft gemacht haben, wissen sehr gut, dass ich es nicht sooo mit dem Lattenaugust habe. Trotzdem danke Gott, dass Du es scheinbar saukomisch gefunden haben musst, diesen alten Mann so hoch und ewig rumgammeln zu lassen, dass wir heute der Gnade des Aufstiegs gerecht werden durften. Amen Witzbold!


Etwa nach 45 Minuten ziegenartigen Nachobenstapfens erreichten wir so ziemlich den Fuß des alten Mannes. Kein Wunder, dass keine Alte bei dem geblieben ist… die Lage, die Lage. Mein tapferer Tensing Norgay hatte ebenfalls mehr als genug gesehen, ich zumindest war fast gewillt, einfach ins Licht zu gehen… Wir machten ein paar schöne Bilder und hatten dann beim Einsetzen des Monsunregens ordentlich zu tun, nicht auf dem Hintern die Loipe hinab zu rasen.
Weiter gings nach Portree, die sogenannte Hauptstadt der Insel. Es wurde 2x das Englische Frühstück im Café Arriba gewählt. Ein urgemütlicher leicht alternativ angehauchter Laden, der hiermit und voller Nachdruck meine und sogar die Empfehlung ihrer Durlaucht erhält. Neben gutem Essen und leckerem Kaffee gibt’s, alle ahnen es schon – Free WiFi!!! Das Pubertier war selig.“


1 Stunde später!!!

Wir fuhren von der Insel runter und unserem eigentlichen Tagesziel entgegen. Das Pubertier wollte nämlich unbedingt zur Harry Potter Brücke. Für uns Kulturbanausen ist das auf der Karte als Glendinnan Viaduct bekannt. Auf halber Strecke dorthin begann ein weiterer Monsun (seeehr anhaltend). Eine ganze Weile fuhren wir bei Fäden von Oben, danke nochmal mein bärtiger Freund 🙏🏻 – echt saukomisch, am Caledonian Canal entlang und brüllten uns gegenseitig eins der tollsten Lieder der jüngeren Gegenwart entgegen –

„Nicht Nichts ohne Dich, aber weniger, viel weniger für mich…“ 🎶

Wir haben es schließlich nach Glenfinnan geschafft und haben, während sich an vielen Hügeln von jeder Tierart Männchen und Weibchen zu sammeln begannen, den Aussichtspunkt für diese nunmehr besonders berühmte Eisenbahnbrücke erklommen. Hätte der Spinner nich über die Isle of Skye Bridge fahren können? Dann hätten wir das in 30 Minuten erledigt gehabt. Wie auch immer – pubertierus lovult – 🙏🏻🙄. 


Bis nach Mallaig, einer sehr schönen Hafenstadt, haben wir es nicht ganz geschafft. Heute wettern wir dieses Endzeitszenario auf einem PERFEKT 👌 ausgestatteten Platz am Strand in der Nähe ab. 

Schiff ahoi oder wie mein liebes Moosmutzelchen immer zu singen pflegt:

„Wasser marsch, Wasser marsch… 🎶“

8. Tag – West Coast Trail – Wandering anytime we have the Lust

Die Nacht in der Stadt, die sich so anhört, wie wenn der kleine Bengel dem Frosch den Hals umdreht, war für meine Wenigkeit von diversen Unterbrechungen durchzogen. Das kleine Pubertier träumte wohl lebhaft und fand mehrere unpassende Gelegenheiten, den Alten neben sich ordentlich zu treten. Was da wohl im Kindsgehirn vorging, ich weiß es nicht. (Ich weiß es ja in der Regel nicht mal wenn das kleine Scheißerchen augenscheinlich bei vollem Bewusstsein ist 🙄)

Auch für die Jugend war der Schlaf wohl nicht all zu erhohlend, sah sie doch am Morgen etwas verwohnt aus. Nach einer Pancakestärkung nahm das kleine Gesicht aber wieder eine normale Form an, und es konnte losgehen.

Heute stand ein ganz dicker Brocken auf dem Plan – Quiraing! Ein besonders schönes  Felsmassiv nördlich von der Jörg-Stadt, etwa 10 km weg. Die Straße dahin, wieder ne Einspurige und Kurvige, konnte dem mittlerweile Speiveteranen namens Pubertier nicht mehr als ein müdes Lächeln abringen – weiter so, Eure Hoheit, weiter so!!! Dort angekommen und ordentlich bekleidet, machten wir uns unverzüglich auf den Weg. Stand doch da echt auf dem Schild – 4,6 M (ja das steht für Meilen! Das ist mehr als…worauf hab ich mich da nur eingelassen ). 

Oben stand bestimmt ein Hirsch – pfffpfff 😂

Augen zu und durch ist auch doof, läuft man doch wirklich die ganze Zeit wie ein Hanghuhn am Abgrund entlang. Aber die Aussicht, ein absolutes Träumchen!!! Und ich mit meiner Höhenliebe…etwa nach 30 Minuten war das beschissene Gefühl in der Magengegend auch weg. (Am ersten Abhang hätte ich gut und gerne bei jedem zweiten Schritt…egal 🤢 hab ich aber nicht!) Wenn man da oben steht, merkt man erst, dass der Spruch „Yeah, Leben am Limit“ ein A..Loch ist!


Wir haben Auf- und Abstieg gemeistert, es war einfach wunderbar. Dicke Empfehlung unsererseits!!!


Von dort, nachdem ich halbwegs wieder Farbe hatte, fuhren wir nach Staffin und wollten, clever wie wir heute sein wollten, schonmal auf der Campsite Einchecken und dann noch ne Runde drehen. Leider scheiterten wir bei dem Versuch – closed until April. Wir überlegten hin und her und eine Weile später, sprach das Konklave, habemus Planem (irgendwie so). Wir wollten die Isle of Skye im Norden noch fertig umrunden und dann eine weitere Nacht bei diesem Tierquälerjungen Jööörg übernachten. Da es nun an der nördlichen Küste entlang ging, wurden die alten und jungpubertierlichen Augen geschärft, galt es doch einem weiteren (dem Meinigen) Hauptanliegen der Reise nachzukommen – Strandgut sammeln – insbesondere Bojen. Der Ein oder Andere mags bescheuert finden, dafür an der schroffen Küste entlang zu krauchen, egal, wir finden es toll. Und was wir alles gefunden haben. Vier Bojen und diverse Tampen, sowie ein ordentliches Fischernetz sinds geworden…EINFACH KLASSE. Man freuen wir uns schon auf staunende und ANERKENNENDE! Blicke des Heimathafenkommendantens und den beiden Leichtmatrosen.

Neben dem Strandgekrauche haben wir noch Halt an der Klippenurine, Sorry, Klippenruine Duntulm Castle gemacht und zusätzlich der lieben Flora MacDonald an ihrem Memorial einen Besuch abgestattet, denn das ist schon beinahe Familientradition.


Zurück in… es sollten jetzt alle Aufmerksamen wissen wo wir sind 🤔, schmiss der Chauffeur und Freizeittrapper, ja moi, die Lieb gewonnene Feuerkanne an. Es gab heiße Schokolade für die kindliche Kaiserin und Holundertee für mich. Auch bekam jeder eine heisse Suppe gekocht. Ich nur zur Hälfte, da ihre Hoheit beim Umrühren meinen Topf umgeschmissen hat. War es Versehen, oder der Versuch, mir damit mitzuteilen, dass es Zeit für eine Diät ist? Ich hoffe für das kleine Stinktier, dass es Ersteres war.

Da WAR noch Suuuuppe da🎶

Good Night!

PS: Ich hab Hunger und der Schlafwagen hat durch das Strandgut was von Fischmarkt – Yeah!!!

7. Tag – West Coast Trail – und die Kunst des bewegten Entleerens

Die Nacht in Applecross, UNSEREM APPLECROSS, war für fast alle Beteiligten ein Ruhepol und Hort der Entspannung. Wir hatten am Abend noch lange ein Seitenfenster auf und lauschten dem Meer, genossen die milde Seebrise und hörten den liebestollen Hirschen beim Brunften zu. Diese Ferkel!

Einige Wenige, ja vom lieben Pubertier ist die Rede, hatten etwas auszusetzen an der Art und Weise wie andere, ungenannte Chauffeure, zu schlafen gedenken. Auszugsweise war die Rede von diversen „Arten schweren Atmens“. Man(n) kann es ihr eben kaum recht machen. Einfach aussetzen…war ein kurzer Gedankenblitz, der mehr oder minder unverzüglich verworfen wurde. 

Nach einem kurzen Morgenspaziergang an der Applecross Bay wurde der Schlafwagen aufs neue in Gang gesetzt. Die Frage war, Küstenstraße oder Bergpass. Das vom Vortag mit ordentlich Oberwasser ausgestattete Pubertier entschied – Bergpass. Auf halber Strecke nach oben tauchten wir in eine dichte Nebelsuppe ein, die das Pubertier (kurzzeitig) zum Schweigen und mich etwas ins Schwitzen brachte. Bei etwa 20 – 30 Metern Sichtweite setzten wir große Teile des Auf- und Abstiegs fort. Was solls – Leben am Limit – Bäähm 👊🏻


Unten angekommen und nach kurzer Verschnaufpause ging es entlang der sehr ansehnlichen, aber auch kurvenreichen, Strecke in Richtung Kyle of Lochalsh – also ISLE OF SKYE. Etwa auf halber Strecke, die Straße war wiedermal einspurig, drückte ich gegenüber dem Pubertier meine Bewunderung darüber aus, dass sie bei dem Hin und Her ganz entspannt ist und gar nicht über Reiseübelkeit klagt. Das, im Nachhinein ist man ja immer schlauer, hätte ich Rindvieh wohl besser sein lassen sollen…einfach mal Fresse halten.

Noch im Fahren aus dem geöffneten Fenster…und weiter wollen wir dieses Bild hier nicht ausmalen. Kurz gesagt, wir haben einen Zwischenstopp gemacht und nach dem das Pubertier leer und die Seitenwand unseres geliebten Schlafwagens vom größten Schmutz befreit waren, ging es weiter.

An dieser Stelle ein kurzer Gedankenstrich. Das Pubertier hatte sich für den Tag vorgenommen, mit dem Vatertier nur Englisch zu sprechen. So weit es ging, haben wir das auch durchgezogen. Und in Bergpassüberwindungswürdigung unseres unbeugsamen Schlachtrosses sei hier und jetzt festgehalten:

Hug the car and make the sign!!!

Mc D only for big business!!!

Angekommen in Kyle of Lochalsh bekam der Schlafwagen was zu trinken und wir kauften im lokalen Markt noch etwas ein. Als Ansporn, auf der weiteren Etappe viel, wenn möglich sogar alles, drin zu behalten, gönnten wir uns zwei große Portionen des vom Pubertier so innig geliebten Sushis. Sie war total happy und mampfte unter stetigem Versichern, davon auch wirklich alles drin behalten zu wollen, vor sich hin. Gutes Kind…

Im Übrigen möchte ich hier und jetzt feststellen, dass man für Reiseübelkeit EIGENTLICH wirklich nichts kann, nicht mal das Pubertier! Letztlich hätte ich es vielleicht nicht loben sollen. Im Nachgang ist der Tathergang aber wirklich saukomisch mein liebes Kind.  💋

Über die Skye Bridge ging es Richtung Sligachan und links weg auf der A863 an der Küste entlang Richtung Neist Point Lighthouse und dem sehnsüchtig erwarteten Blick auf das Bergmassiv der Three Chimneys. 


Einen Zwischenstopp machten wir am Broch Dun Beag, ein fast 3000 Jahre altes Bauwerk an imposanter Stelle. Wirklich schön zu bewundern und bewandern.


Hier schoss ich ein paar tolle Fotos vom neuerlich erstarkten Pubertier. Persönliches Highlight war aber die Szene, wie ein Pubertier versuchte, verschiedene Wolltiere zu streicheln. Zum Schießen…jedoch hat mir ihre Hoheit die Darbietung diesbezüglichen Videomaterials vehement untersagt. Tut mir leid liebe Welt, dass Du das nicht sehen darfst…diese Eitelkeit, nein nein.


Kurz vor Dunvegan, welches über ein sehr schönes gleichnamiges Castle verfügt, ging es links weg Richtung Glendale. Hier findet sich eine tolle Weberei mit Shop – den Skye Weavers. Da aber heute Sonntag ist – sorry liebe Admiralität, gekauft haben wir für Dich heute – nischt. Hinter Glendale kommt dann auch nach einigen Kilometern der ersehnte Ort. Nun, dieses Mal sind wir auch zum Leuchtturm gewandert. Dieser Weg ist für Leute mit überschaubarer Sportlichkeit – ja Schatz, moi – schon etwas, dass man getrost als kleine Nahtoderfahrung beschreiben könnte. Zu meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass auch die Sportschülerin für etwa 10 Sekunden außer Atem war, was sie mir durch mein Schnaufen auch zu verstehen gab, blöde Langohrzibbe. Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter, denn als wir gerade wieder oben waren (ja, ich um Einiges später, mein liebes Kind!) fing es an zu regnen und die Sicht wurde fast auf 0 reduziert. Just in diesem Moment machten sich einige Chinesen, ausgestiegen aus einem völlig überdimensionierten Leihwagen, an den Abstieg zum Leuchtturm. Eine Idee von Schadenfreude versüßte mir den verschwitzten Rückweg. Jetzt schäme ich ein bisschen…



Eigentlich wollten wir in der Nähe auf einem Campingplatz bleiben, da die aber bereits (möglicherweise wegen Reichtum?!) für dieses Jahr geschlossen waren, schlugen wir uns bis nach Uig (Jög) durch. Bei der Stadt kommt mir immer der alte Witz in den Sinn, „Mami Mami, ich hab ein Frosch der meinen Namen sagen kann… – Jööörg“. Na ja, nich gerade ein Gassenhauer, wenn man es so betrachtet.

Jetzt sind wir hier, wieder ausgestattet mit sanitären Anlagen. Wenn aber, wie im Herrenbereich, das Licht über einen Bewegungsmelder gesteuert wird und man dann auf dem Klo ist…find mal im Dunkeln das Papier, oder den Ort wo dein Winken von diesem Scheissding mit Licht belohnt wird. Da sieht man sich schon wie man am nächsten Morgen zusammengekauert, vor und zurück wiegend in einer Ecke des Pissoirs aufgefunden wird.

Gleiches Problem fand sich auch bei den Damenduschen. Die kindliche Kaiserin kommentierte meine traumatische Erfahrung nur müde mit, „Ihich hab doch ne Lampe am Handy“. Mein liebes Kind – Klugscheißer mag keiner!

GUTE NACHT

6. Tag – West Coast Trail – Roadtripping

Zunächst wieder zur Übernachtung. Der Platz in Altandhu ist „uns“ sehr gut bekommen. Mit der Nase zum kräftig von See her blasenden Sturm war es fast wie im Erlebniskino. Scheinbar ist fast Vollmond und dieser beleuchtete die See sehr eindrucksvoll. Das Säuseln um den Schlafwagen und dessen Schaukeln im Wind ließen mich wie ein Baby schlafen. Heut morgen pfoff mir ein unverhofft ziemlich verwohnt dreinblickendes Pubertier entgegen, dass es erst gegen 2 Uhr, ob des Schnarchens, einschlafen konnte. Ich wollte natürlich sofort die Nachbarschläfer mit vernichtenden Blicken abstrafen, als dieses kleine Stinktier doch glatt und unverhohlen andeutete, ich – ja der liebe Vati – wäre der Grund für ihren Mangel an Schönheitsschlaf gewesen. Dahin ist die von mir am Vortag so sehr bewunderte Diplomatie. Wie konnte ich nur denken … lassen wir das.

Im Laufe der Nacht fanden sich auf unserem Platz noch diverse Kanubegeisterte ein, die dann in echt neben ihren paddelbootsbepackten Autos IN ZELTEN schliefen. Wie wir am Morgen ihren leicht zerknitterten Antlitzen entnommen haben, blieb es eher bei dem Versuch, richtig zu schlafen. Im Geiste trommelte ich mir wie ein Silberrücken auf die Brust – ich habe einen Schlafwagen gebaut, und der verformt sich nicht im Sturm 😛.

Besagter Schlafwagen wurde nach meinem königlichen Erwachen neben das Dusch- und Klohaus umgeparkt. Der Grund ist mitnichten sanitärer Not geschuldet, sondern dort befand sich auch der, einige geneigte Mitreisende im Geiste werden es schon erahnen, der WLAN-Hotspot. Wieder war es für eine geraume Zeit sehr leise… die mit Schlafentzug arg gebeutelte kindliche Kaiserin ging ihren sozialen Verpflichtungen voller Inbrunst nach. Stunden später reisten wir in Richtung Ullapool ab.

Dort angekommen, ging ich alleine, ohne ihre Hoheit, im dortigen Tesco einkaufen. Ich ließ ihr die Zeit zum Chillen. Außerdem hatte ihre Durchlaucht wieder Netz und ging umgehend schon erwähnten Verpflichtungen emsig nach. Ich versuchte, einem nahenden Schwächeanfall ihrer Heiligkeit mit allerlei Leckereien die Stirn zu bieten. Nach dem frischen Salat mit überbackenen Chlebchen reichte ich zum naturtrüben Apfelsaft noch frische Himbeeren. Das Pubertier war besänftigt und ich nich mehr der stille Arsch der Nation…Yeah.

Dann ging es auf einen Spaziergang durch Ullapool. Ich liebe diese Stadt. Hier ließe es sich durchaus, in einem weiter vorangeschrittenen Stadium bereits erwähnter Ergrauung, mit der daheimgebliebenen Admiralität leben. Das neu zum Leben erwachte Pubertier sammelte tolle Steine und Muscheln für unsere beiden kleinen Pubertiere in spe.


Weiter in südlicher Richtung (Schatz, muss ich noch sagen, dass das heißt – nach unten? 😉) entschlossen wir uns hinter Braemore nach rechts auf die A832 in Richtung Gairloch abzubiegen. Dicke Empfehlung an dieser Stelle, die Straße ist fantastisch. Mann könnte alle paar Meter anhalten zum Fotografieren, leider hätte Pubertier gleichermaßen oft zum Speien stoppen können. Diesen Magen hatte ich aber kurz zuvor mit solcherlei Leckereien gefüllt, dass ein irreguläres Entleeren nicht hinnehmbar war. 


Da, angekommen im eigentlichen Tagesziel Gairloch, noch so viel Tag übrig war, wurde es wieder Zeit für das Schlafwagenkonklave. Schon nach kurzer Zeit stieg weißer Rauch auf, denn wir waren uns einig – auf nach Applecross! Ich, wir, lieben diesen Ort an der Westküste. Wer von den Lesern mal in diese Region kommt, MUSS hier einfach her. Der Weg ist das Ziel, und das Ziel ist unglaublich schön, geheimnisvoll, urig, schroff und herzlich. Aber schon der Weg dahin…ein Träumchen sag ich!!!


Also erstmal die Straße von Kinlochewe nach Torridon ist schon der 🔨.  Durch den Glen Torridon zwischen riesen Bergen mit Wasserfällen und, wenn man mal kurz verweilt, röhrenden Hirschen. Apropos, diesen Teil schreibe ich auch zur Information des Pubertiers, welches sich beseelt grunzend für ein Stündchen aus dem Kreis meldete. (Funkersprache für – das Pubertier schlief)

In Shieldaig musste noch eine weitere Entscheidung getroffen werden, Küstenstraße oder Bergpass Bealach na Ba. Das hab ich allerdings gaaanz allein entschieden – Berpass! Der ist bei winterlichen Bedingungen gesperrt, was ich dem Pubertier erst mitteilte, als wir gerade in den wolkenbehangenen Bergpass einfuhren. Lustiges Gequietsche und ein gelegentliches „ach du scheiße“ kam während der gesamten 30 Minuten Aufstiegsfahrt vom Beifahrersitz – welch ein Ansporn. 

An dieser Stelle möchte ich kurz ein Ritual erwähnen, welches das Pubertier und ich an kniffligen Passagen zelebrieren. Einer von uns beiden plärrt dann – Streichel das Auto und mach das Zeichen! (Wer den Animationsfilm Oben kennt, weiß was mit besagtem Zeichen gemeint ist 😉)  Es scheint zu helfen – immer bloggt er noch…

Oben angekommen, gönnten wir dem mehrfach gestreichelten Schlafwagen eine ausgiebige Pause, auch die Pubertiermagen wollte sich kurz beruhigen. Wider Erwarten meinerseits blieb alles im Pubertier – Chapeau mein liebes Kind, Chapeau 💋!


Dann ging es natürlich auch noch wieder runter Richtung Applecross – was für ein Klacks für uns, die wir nunmehr erfahrene Bergziegen, oder eher Hanghühner, sind. In Applecross checkten wir auf der Campsite ein. 14 £ für die Nacht sind vollkommen ok.

Jetzt kam das, wofür sich allein schon fast jede Mühe der Reise gelohnt hat. Das Einkehren im unter Kennern innig geliebten Applecross Inn. Hier findet, so kommt es mir vor, das wahre schottische Leben statt. Es ist eng und warm – und ich kann mir kaum einen schöneren Ort vorstellen. Das Pubertier und ich essen Chefs Fish Pie, einen Auflauf mit Kartoffelpüree, Lachs, Dorsch und Gemüse. Seit dem ich das letzte mal hier war, träumte ich davon, hierher zurückzukehren und wieder diese Mahlzeit zu genießen. 


Nach dem Essen ging es an die frische Luft. (Tipp – in der Saison, also nicht im Winter, steht vor dem Applecross Inn ein zu diesem Pub gehörender Wagen, der Eis verkauft. Die haben da drin auch eine echte Espressomaschine!!!! ALSO noch eine Kugel Amaretti fürs Puber- und einen 4! fachen Espresso für das Vatertier) Für Kunden des Pubs gibt’s im Übrigen auch noch ein Free WiFi. Es ist wohl müßig, zu erwähnen, wer diese Möglichkeit der Kommunikation in vollen Zügen genoss…

Nach dem obligatorischen Steinesammeln am Strand, ging es zurück zum Schlafwagen und dem allabendlichen Reinigungsritus.


❤️❤️❤️ APPLECROSS ❤️❤️❤️

5. Tag – North Coast 500 – mehr 🌍XXX

Die Nacht in Scourie war wieder richtig erholsam. Ich hatte gleich am Morgen ein Erfolgserlebnis – das Pubertier meinte, dass keinerlei Schnarchen die jugendliche, dringendst benötigte, Bettruhe gestört habe. Gutes Kind, weiß schon wann eine Notlüge richtig und wichtig ist…chapeau!

Der erste Gang, nach dem kulinarisch äußerst anspruchsvollen Morgenmüsli 👀 ging zum Tante Emma Laden ein paar Minuten die Straße entlang. Postkarten wurden abgegeben, um die lieben Daheimgebliebenen (insbesondere Sponsoren) zu beglücken.


Weiter ging es in südlicher Richtung gen Kylesku, wo s’innig geliebte Pubertier ERNEUT unverzüglich eine Bergspitze erklimmen wollte. Warum sie da so schnell und vor allem allein vorneweg wollte, überlasse ich an dieser Stelle jedweder Fantasie. Nach kürzester Zeit, und ich muss es einfach annehmen, unverrichteter Dinge, flötete es mir von oben entgegen, „hier müssen wir bleiben und Suppe essen“. Da es in der Regel müßig ist, sich mit den Beweggründen fürs Pubertierhandeln beziehungsweise -denken zu beschäftigen, packte ich stante pede die Feuerkanne nebst Zubehör und einer Suppe in den Rucksack und auf ging es in luftige Höhen. Es versteht sich von selbst, dass das Pubertier für diesen Moment zum Lastentier befördert wurde. (hehehe… selbst schuld).

Oben angekommen wurde mein Sherpa unverzüglich wieder zum Pubertier degradiert und sprang elfengleich über die umherliegenden und aus der Heide ragenden Felsbrocken. Während ich (dem lieben Ronald sei Dank) innerhalb kürzester Zeit (pfff – wer ist schon Bear Grylls) ein für meine Verhältnisse episches Feuer unter der Suppe entfachte, wunderte sich das liebe Pubertier einen Kullerkeks über zwei Stücken Rotwild, die in 20 Metern Entfernung verweilten. Was müssen sich diese Tiere wohl gedacht haben. (Guck ma, da ist ein Pubertier und das schaut genau so blöd wie wir 🎶… 😂) Wir genossen unsere heiße Suppe unter den neugierigen Blicken des potenziellen Wildgulaschs. Das erwähnte Gulasch muss meine Gedanken, vielleicht auch meine Blicke, gelesen haben und verzog sich unverzüglich. Verdammt, hatte ich doch gerade diese läppische Feuermachhürde um Kilometer übersprungen und war in Gedanken schon beim Zerwirken des mit bloßen Händen erlegten Opfers. Aufgewacht aus meinem Urmenschentagtraum machten wir uns an den Abstieg und weiter ging die Reise.


Nach dem Örtchen Newton sind wir nach rechts auf die B869 abgebogen. 

1. Das dieser bessere Trampelpfad überhaupt nen Namen hat, ist wirklich bemerkenswert. Dafür schonmal 👍

2. Der bessere Trampelpfad ist so einmalig, dass es schwer ist, die Eindrücke in Worte zu fassen. Wahnsinn!!!


Wir haben an der Stelle die im Auto angebrachte GoPro Kamera laufen lassen (Danke Schmuddelkind 2.0). Das glaubt uns ja sonst kein 🐷. Etwa 20 den ein oder anderen zum unvermittelten Speien einladende Minuten haben wir so für die Nachwelt festgehalten. Der bessere Trampelpfad führte uns schließlich zum Stoer Lighthouse an der Steilküste und dem davor liegenden Old Man of Stoer, einem steilen Felsen vor besagter Küste.


Wer mich und mein, sagen wir mal vorsichtig, leicht gespaltenes Verhältnis zu Höhen kennt, kann sich eventuell vorstellen, wie es mir an diesem Ort wohl gegangen sein mag. Das liebe Pubertier hat es sich hier selbstverständlich nicht nehmen lassen, mich in diesem Zusammenhang auch noch ausgiebig zu verscheißern. Wer zuletzt lacht usw… blöde 🐮.


Als sich mein Puls wieder auf ein annehmbares Maß verlangsamt hatte (ich Sinne auf jeden Fall auf Rache, wiege das Pubertier aber noch in Sicherheit) ging es weiter über Lochinver. Da ertönte wieder der Schrei von der Beifahrerseite, „ey ich hab Netz“. Ich bin diesbezüglich ja schon dankbar, dass der Satz nicht mit Alter oder neuäffisch Alldäär begonnen hat. Es sind die kleinen Dinge, nun ja…

30 Minuten später, und ich ließ sogar den Schlafwagen laufen weil das welpig schauende Pubertier „kein Akku mehr“ hatte, düsten wir weiter. Man kann sich in unserem, nennen wir es vorangeschrittenen, Alter ja gar nicht ansatzweise vorstellen, wie wichtig es dem gemeinen Pubertier in freier Wildbahn sein mag, „Netz und Akku“ zu haben.


Über Inverkirkaig wollten wir dann zu einem auf der Karte verzeichneten Campingplatz in Brae of Achnahaird. Gelandet sind wir ein paar Kilometer weiter direkt an einem Strandplatz in Altandhu. Mehrere Dinge sind hier besonders erwähnenswert. Der Platz ist sauber, toll gelegen, die sanitären Einrichtungen sind makellos, das Pubertier und ihr Fahrer haben WLAN und…

…und direkt an der Zufahrt ist ein Pub!!!! Und was für einer. Dort musste man sich zum Campen anmelden – 17 £ (völlig ok) und ich hab dann auch gleich noch nen Tisch zum Essen reserviert. Es gab Lachs, Dorsch, Tomatensuppe (auf Empfehlung) und als Nachtisch für die liebe Kleine noch Apple Pie mit schottischem Vanilleeis… alles vom Feinsten! Wer also mal hier in diese Ecke kommt, das An Fuaran ist ne Wucht. Wenn ich nicht so’n minderjährigen Schisser dabei gehabt hätte, dann hätt ich mir noch ordentlich einen an die Laterne geplämpert und mit den Einheimischen schweinische Volksweisen zum Besten gegeben. 


I love her for her brains…“ (wie ein hier namenlos bleibender Kaptain früher gern zu sagen pflegte)

Good Night…

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑